Der Fall Heinz

Weitere Fälle von MCS und PCB

Herr Heinz war 28 Jahre lang Schwimm-Meister in einem öffentlichen Hallenbad und bildete andere Menschen in dieser Tätigkeit aus. Er wurde durch den täglichen Umgang mit Chlor, Schwefelsäure und Natronlauge sehr krank, u.a. litt er an Hustenanfällen und Asthma, obwohl er Nichtraucher war. Dann stellten sich Gedächtnisstörungen ein: Er vergaß plötzlich den Ablauf gewohnter Arbeitsprozesse, wie z.B. das Filter spülen.

Lesen Sie, was Manfred Heinz, Jahrgang 1946, selbst berichtet:

„Im April 2000 suchte ich auf Empfehlung meines Hausarztes die Praxis Dr. Binz auf. Im Abschlussgespräch sagte Dr. Binz im Beisein meiner Ehefrau, wenn ich sterben wolle, solle ich weiter ins Schwimmbad arbeiten gehen!

Von diesem Zeitpunkt an habe ich kein Hallenbad mehr betreten. Es folgte ein zermürbender Kampf gegen den Medizinischen Dienst und die Berufsgenossenschaft. Meines Wissens hat bis dato noch kein Schwimm-Meister eine Anerkennung der Berufskrankheit erhalten.

Hier ein Auszug aus dem Bericht des Arztes: „Chlor ist immer noch die chemische Einzelsubstanz, die am meisten menschliche Schäden macht. Einzig sinnvolle Therapie: Expositionsvermeidung, d.h. in ein Schwimmbad kann Herr Heinz nicht zurück, bei seinen deutlichen Schäden auch der Hirnleistung und bei der zunehmenden chemischen Überempfindlichkeit sind auch andere Berufe nicht mehr denkbar.“

Erstaunlicherweise bekam ich rückwirkend zum Mai 2000 von der BfA die Berufsunfähigkeitsrente und ab 07/2003 die Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Dank Dr. Binz geht es mir wieder gut, ich kann wieder denken und am Leben teilhaben. Hoffentlich kann Dr. Binz noch vielen helfen und findet einen würdigen Nachfolger.“

Manfred Heinz, ehemaliger Schwimm-Meister

Steinackerring 27,

54608 Bleialf

Anmerkung:

Laut Aussage des Nervenarztes Dr. Binz aus Trier, ist die Zahl der chlor-geschädigten Schwimm-Meister groß. Dagegen veröffentlichte der „Trierer Volksfreund“ die Aussage von Hans-Jürgen Götte, Arzt für Nervenheilkunde in Bitburg: Danach sei der von Dr. Binz behauptete Kausalzusammenhang von Chlorvergiftungen und der Tätigkeit in Hallenbädern wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Da fragt man sich, wem nützt denn der (evtl. absichtlich?) fehlende wissenschaftliche Beweis? Doch den Berufsgenossenschaften, die bei fehlender Beweiskette diese Erkrankung nicht auf die Liste der Berufskrankheiten stellen und damit für das erkrankte Schwimmbadpersonal nicht zahlen müssen.

Dass Chlor sehr wohl für Menschen schädlich ist, beweist folgende Tatsache: Im 1. Weltkrieg setzte Deutschland Chlor als billigen Kampfstoff ein. Vor dem belgischen Städtchen Ypern wurde Chlorgas aus 5.730 Zylindern freigesetzt. Die Gaswolke tötete 5.000 Soldaten und brachte zigtausenden anderen lebensgefährliche Verletzungen der Lunge bei. Die Zahl der Giftgastoten des 1. Weltkriegs wird auf 91.000 geschätzt, die der Verletzten auf 1,3 Mio (Quelle: Sternbuch Wahnsinn Rüstung).